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Philipperbrief 1,9 - Monatsspruch für Juli

Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung.

wikimedia-cc-by-sa-3.0Alte Ansichtskarte von 1912 mit Mompé (Vordergrund), Piz Medel (links), Piz Ault (mitte) und Piz Cristallina (rechts)

Paulus kann in diesem Sommer diejenigen inspirieren, die überlegen, was sie jenseits von Wetter und Hotel aus dem Urlaub berichten können.

In den Sommermonaten steigt die Wahrscheinlichkeit, dass uns ein freundlicher Gruß aus der Ferne erreicht. Farbenfrohe Postkarten führen uns die Schönheit der Reiseziele von Familie, Freunden oder Bekannten vor Augen. Manche der abgebildeten Orte haben wir vielleicht selbst schon einmal bereist und Erinnerungen werden wach. Andere Motive sehen wir zum ersten Mal und sie wecken unsere Neugierde. Weiße Sandstrände vor türkisblauem Meer oder hohe Berggipfel, die in einen wolkenlosen Himmel ragen, lassen Fernweh in uns aufleben. Eine Urlaubskarte zeigt aber vor allem: Jemand hat an mich gedacht und sich die Zeit genommen, mir zu schreiben. Dabei zählt die Geste mehr als der Inhalt.

Wenn ich selbst Urlaubsgrüße an Freunde oder Familie in die Heimat schicke, dann zeichnen sich diese meist durch eine große Einfallslosigkeit aus. Ob sich die Adressaten tatsächlich für die Wassertemperatur und das Wetter im Süden interessieren? Dennoch schreibe ich, denn eine wichtige Botschaft steckt in jeder Urlaubskarte. Sie heißt: Ich denke an dich, an euch!

Auch in den Briefen des Neuen Testaments begegnet uns immer wieder diese Botschaft: Ich denke an euch! Meine Gedanken sind bei euch. Doch ein schöner Urlaub ist im Neuen Testament nie der Grund, um zu schreiben. Oft sind es Sorge und Bedrängnis, die den Anlass zum Schreiben eines Briefes bieten. So schreibt etwa der Apostel Paulus seine Zeilen an die von ihm gegründete und sehr geschätzte Gemeinde in Philippi aus dem Gefängnis. Er kann dabei weder von einer guten Unterbringung noch von leckerem Essen berichten, stattdessen teilt er mit:

„Ich habe Lust, aus der Welt zu scheiden.“ (Phil. 1,23)

– Die Entstehungssituation des Briefes, aus dem der Monatsspruch für Juli entstammt, scheint zunächst gar nicht in die sommerliche Welt unserer bunten Urlaubskarten zu passen. Paulinischer Gefängnisgruß und moderne Urlaubskarte treffen sich aber darin, dass sie beide Ausdruck eines Herzensanliegens darstellen. In beiden geht es um mehr als nur um die Mitteilung des eigenen Befindens. Wer eine Karte oder einen Brief schreibt, der will Distanz überwinden und sucht die Nähe:

„Ich habe euch in meinem Herzen“ (Phil 1,7)

, schreibt Paulus. Auch wenn die räumliche Entfernung zwischen seinem Haftort (vermutlich in Rom) und den Brüdern und Schwestern in Philippi groß ist, vermag sie die enge Bindung zwischen dem Apostel und seiner Gemeinde nicht aufzuheben. Das Band, was beide über Grenzen hinweg vereint, ist die Liebe. So wundert es nicht, dass Paulus für die Gemeinde bittet:

„Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung.“ (Phil 1,9)

Im Gebet hält Paulus Kontakt zu seinen Brüdern und Schwestern in Philippi. Er weiß, dass Ursprung und Ziel aller Liebe bei Gott zu suchen sind. An ihn wendet er sich mit seinen Gedanken für die Gläubigen in Philippi. In Gottes Liebe weiß er die Gemeinde von Philippi und sich gleichermaßen aufgehoben. Im Gebet hält Paulus, erfüllt von Dankbarkeit und Zuversicht, Kontakt zu den Seinen. Seine Bitte um eine immer reicher werdende Liebe unter den Christen in Philippi ist ihm eine Herzenssache. Die wachsende Liebe, um die Paulus bittet, meint nicht allein ein Gefühl. Sie wird immer wieder konkret im Tun und Handeln jedes Einzelnen, etwa in der Zuwendung zum Nächsten oder im Miteinander in der Gemeinde. Paulus übt sich selbst in dieser Liebe, während er seine Zeilen schreibt. Sein Brief ist zeichenhafte Zuwendung. Die Liebe ist auf Erkenntnis und Erfahrung angewiesen und gewinnt erst durch sie an Profil. Sie hört nicht auf zu wachsen und reicher zu werden, wo sie in Gottes unendlicher Liebe gründet.

Paulus kann in diesem Sommer diejenigen inspirieren, die überlegen, was sie jenseits von Wetter und Hotel aus dem Urlaub berichten können. Er zeigt, wie wir Kontakt im Gebet halten können. Und auch die, die nicht verreisen, finden in seinen Worten einen guten Anlass, mal wieder eine Karte zu
schreiben, Erfahrung und Erkenntnis miteinander zu teilen. Auf dass unsere Liebe immer reicher werde!

Sven Behnke

Foto: © albinfo / Wikimedia Commons cc-by-sa-3.0 (Wikimedia Commons)

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