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Vortragsreihe des Pfarrteams

Die vier Evangelien

Die jeweiligen Anfänge der Evangelien verweisen auf verschiedene formale und inhaltliche Besonderheiten. In einer Vortragsreihe des Pfarrteams, die im März geplant ist, geht es um die theologischen Inhalte der vier Evangelien.

Auf dem Titelblatt des Gemeindeblicks sehen wir diesmal Jesus Christus als göttlichen Herrscher. Er thront in einer sogenannten Mandorla, das heißt er ist von einem mandelförmigen Glorienschein umgeben, der die Herrlichkeit Gottes darstellt. Christus erhebt segnend seine rechte Hand, während seine Linke auf einem Buch liegt. Umgeben ist er von vier Gestalten mit Flügeln, die ebenfalls ein Buch oder eine Schriftrolle halten. Es sind ein Mensch, ein Löwe, ein Stier und ein Adler. Sie symbolisieren die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.

Diese Darstellung befindet sich am Westportal der Kirche St. Trophime in Arles in Südfrankreich und bezieht sich auf zwei biblische Visionen im Buch des Propheten Hesekiel (Hes 1,4-10) und in der Offenbarung des Johannes (Off Joh 4,6-8), in denen Wesen erwähnt werden, die teilweise wie ein Mensch, ein Löwe, ein Stier und ein Adler aussehen. Der Prophet Hesekiel greift dabei Bilder auf, die er an babylonischen Tempeln sah, wo das Volk Israel zu seiner Zeit im Exil lebte, um die Erscheinung der Herrlichkeit Gottes zu beschreiben. Und der Verfasser der Offenbarung sieht die vier Gestalten im Himmel vor dem Thron Gottes, wo sie die Heiligkeit Gottes preisen.

Der Theologe Hieronymus ordnete die vier Gestalten im 4. Jahrhundert den vier Evangelisten zu und bezog sich dabei auf die Anfänge der Evangelien. Matthäus beginnt mit dem Stammbaum Jesu, deswegen wird ihm der Mensch zugeordnet. Der Anfang des Markusevangeliums beschreibt das Auftreten Johannes des Täufers in der Wüste. Da der Löwe zur Wüste gehört, steht er für Markus. Im Lukas-evangelium findet sich am Beginn das Opfer des Priesters Zacharias im Tempel, und der Stier ist das wertvollste Opfertier. Daher symbolisiert der Stier Lukas. Und das Johannesevangelium setzt mit einem Prolog ein, der die Herkunft des menschgewordenen Wortes Gottes vom Himmel schildert. Daher bleibt für ihn der Adler, weil er das Tier ist, das am höchsten fliegt.

Die jeweiligen Anfänge der Evangelien verweisen auf verschiedene formale und inhaltliche Besonderheiten. Das älteste Evangelium, das Markusevangelium, beschränkt sich auf die Zeit der öffentlichen Wirksamkeit Jesu und beginnt seine Schilderung mit der Taufe Jesu, während Matthäus und Lukas uns auch Kindheitsgeschichten berichten, darunter die Weihnachtsgeschichte. Johannes beginnt sogar ganz am Anfang und sieht in Jesus das fleischgewordene Wort Gottes, das von Ewigkeit her ist und durch das alles geschaffen wurde. Und Lukas hat als einziger Evangelist noch eine Fortsetzung geschrieben: die Apostelgeschichte.

Die Evangelien vertreten unterschiedliche theologische Ansätze. Während etwa das Markusevangelium besonders das Menschsein Jesu betont, legt das Johannesevangelium Wert auf das Gottsein Jesu. Das zeigt sich unter anderem in der Passionsgeschichte. Die Szene im Garten Gethsemane fehlt im Johannesevangelium. Im Markusevangelium stirbt Jesus schreiend mit der Klage des 22. Psalms „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mk 15,34), während ihn seine Feinde verspotten. Im Johannesevangelium stehen ihm dagegen seine Angehörigen bei, mit denen er letzte Worte wechselt, und Jesus stirbt mit dem Satz „Es ist vollbracht.“ (Joh 19,30).

Das Matthäus- und das Lukasevangelium enthalten berühmte Reden Jesu wie die Bergpredigt (Mt 5 – 7) und die Feldrede (Lk 6). Der Stoff ist vergleichbar, doch es gibt auch hier interessante Unterschiede. Während Matthäus acht Seligpreisungen kennt, überliefert Lukas nur vier, dafür aber vier entsprechende Wehe-Rufe. So heißt es bei Lukas etwa: „Selig seid ihr Armen“ (Lk 6,20) und „Weh euch Reichen“ (Lk 6,24), während Jesus bei Matthäus sagt: „Selig sind, die da geistlich arm sind.“ (Mt 5,3).

Ausführlicher soll es um die theologischen Inhalte der vier Evangelien in einer Vortragsreihe des Pfarrteams gehen, die im März geplant ist, jeweils donnerstags um 19.30 Uhr im Gemeindezentrum. Ob das wie geplant durchführbar ist, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Bitte beachten Sie dazu die Hinweise auf unserer Website und in den Schaukästen.

Pfarrer Jürgen Seidl

 

 

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