Dreikönigsgemeinde

Angebote und Themen

Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote der Dreikönigsgemeinde zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular sind wir offen für Ihre Anregungen.

Was mache ich, wenn...
Menümobile menu

Ein neuer Schritt aufeinander zu

Foto: privatEin Sachsenhäuser Ökumenebild, aufgenommen vom Turm der Dreikönigskirche

Die evangelisch-lutherische Dreikönigsgemeinde und der Kirchort St. Wendel der katholischen Bonifatiusgemeinde werden am 8. September 2019 zum ersten Mal ein ökumenisches Sommerfest miteinander feiern.

Miteinander statt Nebeneinander - Ökumene als Geschenk der Gnade Gottes.

Von ganzem Herzen freue ich mich darauf, dass die evangelisch-lutherische Dreikönigsgemeinde und der Kirchort St. Wendel der katholischen Bonifatiusgemeinde am 8. September 2019 zum ersten Mal ein ökumenisches Sommerfest miteinander feiern.

Ich wünsche uns, dass wir bei diesem gemeinsamen Fest einen wichtigen Schritt aufeinander zugehen, um aus unserem Nebeneinander als christliche Gemeinden zu einem Miteinander zu finden. Das wäre wichtig, um die christliche Botschaft überzeugender in eine Gesellschaft zu tragen, in der sich zahlreiche Menschen von der Kirche lossagen. Und es wäre hilfreich im Blick auf den Ökumenischen Kirchentag, der in weniger als zwei Jahren, im Mai 2021, in Frankfurt stattfinden soll.

Was hat sich seit dem letzten ökumenischen Kirchentag, der 2010 in München stattfand, verändert? Gibt es seitdem Fortschritte in der Ökumene?

Ein prominenter evangelischer Pfarrer, Friedrich Schorlemmer aus Wittenberg, der regelmäßig bei Kirchentagen mitgewirkte, hatte seine Teilnahme damals in München abgesagt, weil er einen ökumenischen Kirchentag ohne Abendmahlsgemeinschaft und ohne Anerkennung der evangelischen Kirche als „Kirche im eigentlichen Sinn“ (und nicht nur als „kirchliche Gemeinschaft“) für Etikettenschwindel hielt. Er schloss seine Begründung mit den Worten: „Unsere Gemeinschaft nach innen würde unser Zeugnis nach außen viel glaubwürdiger machen. Vielleicht erst wirklich glaubwürdig.“

2017, im Jahr des 500. Reformationsjubiläums, wurde nicht Abgrenzung, sondern ökumenische Annäherung versucht, aber greifbare Fortschritte in den Punkten, die uns immer noch trennen, hat es – soweit ich sehe – nicht gegeben.

Noch immer sieht es so aus, als würde die katholische Kirche auch beim ökumenischen Kirchentag 2021 in Frankfurt die ökumenische Gastfreundschaft bei Abendmahl bzw. Eucharistie offiziell weiterhin verweigern. Ich selbst sehe aber gerade in dieser Frage den entscheidenden Schlüssel, der ökumenische Fortschritte bisher verschließt, der sie aber ermöglichen könnte, wenn wir nur zulassen würden, dass Gott selbst durch sein Mahl der Gemeinschaft unser Miteinander stärkt und heilt.

Als evangelische Schülerin in einer katholischen Ursulinenschule habe ich für mich nach langem Ringen zu der klaren Entscheidung gefunden, trotz der unterschiedlichen Konfession auch an katholischen Eucharistiefeiern teilzunehmen, weil ja letztlich Jesus Christus der Gastgeber seines Mahles ist und nicht eine der Konfessionen. Dass ich als getaufte und bewusst im Glauben lebende Christin von Jesus Christus selbst, also quasi von höchster Stelle, eingeladen bin, überall, wo in seinem Namen sein Mahl gefeiert wird, ist mir selbstverständlich und steht für mich klar über allen anderen Argumenten oder Regeln. Damals in der Schulzeit war in mir noch die Hoffnung stark, ich könnte es wohl noch erleben, dass einmal die katholische Kirche uns evangelischen Christen auch ganz offiziell diese Gastfreundschaft gewährt, die von der evangelischen Kirche umgekehrt beim Abendmahl immer wieder ausgesprochen wird. Ebenso wie für Friedrich Schorlemmer hängt es auch für mich von dieser Entscheidung ab, ob der für 2021 geplante ökumenische Kirchentag in Frankfurt sinnvoll und glaubwürdig ist. Statt ökumenische Fortschritte durch menschengemachte Regeln einzuengen und zu hindern, wünsche ich mir, dass wir die Ökumene als Geschenk der Gnade Gottes begreifen, also ganz dem Wirken des Heiligen Geistes anvertrauen. Ökumene hat dann eine Chance, wenn wir sie nicht als unsere Leistung, als eigenes Werk ansehen, nicht als etwas, das wir Menschen schaffen und herstellen müssen, sondern als etwas, das Gott seiner Kirche schenken will.

In diesem Sinn freue ich mich, vor Ort, in nächster Nachbarschaft, über jede Gelegenheit, um uns gegenseitig besser kennenzulernen, mehr voneinander zu erfahren und uns einander anzunähern.

Pfarrerin Silke Alves-Christe

Diese Seite:Download PDFDrucken

to top