Dreikönigsgemeinde

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„Gottesdienst verboten!“

https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de

Mich hat das vor dem 15. März sehr mitgenommen, einen Gottesdienst vorzubereiten, von dem ich – mitten in der Vorbereitung – erfuhr, dass er bis auf Weiteres der letzte sein wird.

Das geplante Abendmahl war schon nicht mehr möglich. Die Tauffamilie hatte wegen eines bestätigten Corona-Falls auf der Arbeit des Mannes abgesagt.

Von den beiden Ehrenamtlichen, die für den Küsterdienst eingeteilt waren, schrieb mir eine: „… Meinen Küsterdienst morgen möchte ich wegen der aktuellen gesundheitlichen Lage nicht machen. Ich habe im Moment große Bedenken und hoffe sehr, dass Sie mich verstehen können …“

Ich antwortete ihr: „… Niemand soll mit Angst zum Gottesdienst kommen! Wenn Sie große Bedenken haben, ist Ihre Entscheidung genau richtig. Ein Gottesdienst soll für niemanden zu einer Mutprobe ausarten. Darum verstehe ich Sie und wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag und natürlich, dass Sie die gefährliche Zeit gut überstehen …“

Der andere Ehrenamtliche fragte mich, ob wir nicht diesen Gottesdienst schon absagen sollten, „wenn ab Montag aus Sicherheitsgründen alle Gottesdienste verboten sind?“

Noch nie hatte ich unter solchen Bedingungen an einer Predigt gearbeitet. Alles stand plötzlich in einem anderen Licht: die Begrüßung, die Gebete, die Predigt, aber auch die Abkündigungen.

Statt ein Gesangbuch überreicht zu bekommen, wurde jeder Gottesdienstbesucher mit der Bitte begrüßt, sich möglichst weit entfernt von anderen zu setzen.

Was wir sonst bedauern: dass in unserer großen Dreikönigskirche so viele Bankreihen leer bleiben, war an diesem Sonntag ein Glück: In der Kirche mit über 800 Sitzplätzen konnten die Besucher mit so großem Abstand voneinander sitzen, dass niemand Sorge vor Ansteckung haben musste. Immerhin 30 waren gekommen. Für sie wie auch für mich selbst war es ein denk-würdiger Gottesdienst. Beide Bestandteile dieses Wortes spielten eine Rolle: „Würdig“ war die Vorsicht und Rücksichtnahme aller, das gemeinsame Beten und die Gewissheit, dass wir auch in der größeren Distanz verbunden sind und bleiben. Zu „denken“ gab allen die Frage, wann wir wohl wieder zum nächsten Gottesdienst zusammenkommen werden und was in der Zwischenzeit auf die Menschen in unserer Gemeinde zukommen wird.

Bevor Sie die Fürbitte dieses Gottesdienstes vielleicht mitbeten mögen in diesen schwierigen Zeiten , hier noch ein Ausschnitt aus den Abkündigungen:

„Liebe Gemeinde, wenn Sie schon manchmal innerlich gestöhnt haben über die lange Liste von Veranstaltungen, zu denen wir in den Abkündigungen sonst einladen, ist es heute ganz einfach: Nämlich: Wir dürfen Sie zu gar nichts mehr einladen.

Alle Gemeindeveranstaltungen sind mindestens bis nach den Osterferien, aber vielleicht auch länger, vielleicht auch viel länger abgesagt. Dazu gehören – zu unserem großen Bedauern – auch alle Konzerte, sogar Mozarts Krönungsmesse, die Kantor Köhs am Palmsonntag hier aufführen wollte.

Bis gestern Nachmittag gingen wir davon aus, alles außer Gottesdiensten absagen zu müssen, dann kam die Nachricht, dass uns ab morgen vermutlich auch die Gottesdienste untersagt werden. Wenn es tatsächlich dazu kommt, denke ich aber, sagen zu können, dass wir sonntags von 10.00 bis 11.00 Uhr unsere beiden Kirchen offenhalten werden zu persönlichem Gebet.

Wenn es Ihnen möglich ist, schauen Sie auf unserer Internetseite www.dreikoenigsgemeinde.de nach! Da gibt es überhaupt einiges zu entdecken."

Pfarrerin Silke Alves-Christe

Foto: Pixabay

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