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Sommerpredigtreihe

Von Schätzen und Senfkörnern

Rembrandt, Public domain, via Wikimedia Commonshttps://commons.wikimedia.org/wiki/File:Rembrandt_Harmensz_van_Rijn_-_Return_of_the_Prodigal_Son_-_Google_Art_Project.jpg

In unserer diesjährigen Sommerreihe wollen wir über Gleichnisse Jesu predigen. Gleichnisse sind in bestimmter Hinsicht so etwas wie ein Witz. Sie haben eine Pointe, auf die es entscheidend ankommt und die man verstehen muss, damit das Gleichnis wirkt.

Thema der diesjährigen Sommerpredigtreihe sind die Gleichnisse Jesu.

Bausteine von Gleichnissen sind Metaphern, also Ausdrücke die mittels einer bildhaften Redeweise einen bestimmten Sinn übertragen. Was eine metaphorische Aussage ist und was nicht, wird mit durch den Zusammenhang bestimmt. Der Satz „Dieter ist ein Kind“ ist nicht metaphorisch, wenn die mit Dieter gemeinte Person sechs Jahre alt ist; er ist metaphorisch, wenn die mit Dieter gemeinte Person sechzig Jahre alt ist. Eine Metapher beschreibt etwas in neuer Weise. In dem Satz „Achill ist ein Löwe“ wird etwa mittels der Metapher „Löwe“ die Tapferkeit eines Kriegers in Homers Schilderung des trojanischen Krieges beschrieben.

Bei Gleichnissen sind die Ausgangsebene und die Bildebene zu unterscheiden. Metaphern bilden eine Brücke zwischen beiden Ebenen; sie verzahnen die Ebenen miteinander. Ein Beispiel ist das Gleichnis vom Schatz im Acker:

„Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker“ (Mth. 13,44).

Dabei sind die Elemente der Ausgangsebene (das Himmelreich) und der Bildebene (Formulierungen des Gleichnisses) unterschiedlich weit voneinander entfernt. Die Formulierung „aus Freude alles verkaufen“ ist nahe an der Ausgangsebene, denn in der Nachfolge Jesu geht es um die Aufgabe von Besitz und innerweltlichen Bindungen aus Freude über das Reich Gottes, das in Jesus nahe gekommen ist. Der Ausdruck „Schatz“ ist schon entfernter von der Ausgangsebene, obwohl auch „Reich Gottes“ ein Wertbegriff ist. Der Ausdruck „kaufen“ für das Annehmen des Reiches Gottes ist bereits eine kühne Metapher, denn das Reich Gottes kann man nicht kaufen; man bekommt es vielmehr im Glauben geschenkt. Der Acker und das Wiederverbergen des Schatzes auf der Bildebene sind mit einem Sachverhalt auf der Ausgangsebene nicht vergleichbar. Gleichnisse sind also eine vielschichtige Redeform, mit mehreren Einzelzügen, die alle auf eine Pointe ausgerichtet sind.

Gleichnisse wollen die Zuhörenden überzeugen. Sie finden sich daher unter anderem als Abschluss von Mahnreden. Am Ende der Bergpredigt vergleicht Jesus beispielsweise zwei Hausbauer. Wer Jesu Rede hört und tut, gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baut. Ein solides Fundament. Wer Jesu Rede hört und nicht danach lebt, gleicht einem törichten Mann, der sein Haus in den Sand setzt. Das stürzt bald ein (Mth. 7,24 – 27).

Gleichnisse werden in den Evangelien erzählt, weil das Reich Gottes, auf das sie hinweisen, noch verborgen ist. Das Reich Gottes wird im Gleichnis nicht nur abgebildet, sondern durch das Gleichnis zu den Hörenden transportiert; sie werden im Geschehen des Hörens, Verstehens und Glaubens in den Machtbereich Gottes einbezogen.

Die im Gleichnis erzählte Welt stimmt oftmals mit der vorfindlichen Welt nicht überein. Einige Gleichniserzählungen haben eine unerwartete Wendung oder das normalerweise zu Erwartende wird bei weitem übertroffen. Die Pointe ist oft nicht „So ist das Leben“, sondern „Man staune, so etwas kann es auch geben.“

In vielen Gleichnissen gibt es eine Zeit des Anfangs (Finden des Schatzes, Pflanzung des Baumes im Gleichnis vom Senfkorn; die Möglichkeit, vorher Öl zu kaufen, im Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen). Diese Zeit des Anfangs ist mit der Verkündigung Jesu gesetzt und sie gilt es zu nutzen.

Die auf den Anfang folgende Zeit wird als die Zeit der Verborgenheit dargestellt. Es ist die Gegenwart der Hörenden. In dieser Phase geht es um das jetzt zu erbringende verantwortliche Reagieren oder Handeln der Menschen (Sauerteig: Durchdringen des Teiges, Saatgleichnisse: Wachstum der Saat, Knechtsgleichnisse: Zeit des Wirtschaftens mit dem anvertrauten Gut). Der in den Gleichnissen anvisierte Endpunkt verdeutlicht die Folgen aus dem jetzigen Reagieren oder Tun. Gleichnisse appellieren damit an die Verantwortlichkeit der Menschen.

Bedeutende Themen neutestamentlicher Gleichniserzählungen sind unter anderem: Reichtum, Erbarmen, Bewährung, Hinwendung zu Sündern und Heiden und die Einheit der Gemeinde. In den Predigten der diesjährigen Sommerreihe wollen wir diese Vielfalt verdeutlichen.

Die Gottesdienste werden in der Bergkirche um 9.30 Uhr und in der Dreikönigskirche um 11 Uhr gehalten.

Pfarrer Jürgen Seidl

Die Termine der Sommerpredigtreihe:

18.07.Pfarrer SinningMatthäus 22, 1-14Die königliche Hochzeit
25.07.Pfarrer Seidl Lukas 18, 1-8Die Witwe und der Richter
01.08.Pfarrer SinningMatthäus 18, 21-35Der Schalksknecht
08.08.Pfarrerin Alves-ChristeMatthäus 13, 44-46Der Schatz im Acker und die kostbare Perle
15.08.Pfarrer SeidlLukas 15, 1-3.11–24Der verlorene Sohn
22.08.Pfarrerin Alves-ChristeMatthäus 25, 31-46Vom Weltgericht
29.08. Pfarrer Sinning Matthäus 21, 28-32Die beiden Söhne

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