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1. Advent

Die Weihnachtsgeschichte, die am Heiligen Abend in allen Gottesdiensten gelesen wird und in vielen Familien auch daheim vor dem Weihnachtsbaum, steht im 2. Kapitel des Lukasevangeliums.

Sie hat also eine Vorgeschichte im Kapitel 1, 80 Verse lang.

An jedem der vier Adventssonntage wollen wir nun einen Abschnitt dieses ersten Kapitels des Lukasevangeliums kennenlernen, samt einigen erläuternden Gedanken:

Lukasevangelium Kapitel 1,1-25

zum Hören

oder zum Lesen:

Da es nun schon viele unternommen haben, Bericht zu geben von den Geschichten, die sich unter uns erfüllt haben, wie uns das überliefert haben, die es von Anfang an selbst gesehen haben und Diener des Wortes gewesen sind, habe auch ich's für gut gehalten, nachdem ich alles von Anfang an sorgfältig erkundet habe, es für dich, hochgeehrter Theophilus, in guter Ordnung aufzuschreiben, auf dass du den sicheren Grund der Lehre erfährst, in der du unterrichtet bist.

Die Ankündigung der Geburt Johannes des Täufers

Zu der Zeit des Herodes, des Königs von Judäa, lebte ein Priester von der Ordnung Abija mit Namen Zacharias, und seine Frau war von den Töchtern Aaron, die hieß Elisabeth.
Sie waren aber alle beide gerecht und fromm vor Gott und lebten in allen Geboten und Satzungen des Herrn untadelig.
Und sie hatten kein Kind; denn Elisabeth war unfruchtbar, und beide waren hochbetagt.
Und es begab sich, als Zacharias den Priesterdienst vor Gott versah, da seine Ordnung an der Reihe war,
dass ihn nach dem Brauch der Priesterschaft das Los traf, das Räucheropfer darzubringen; und er ging in den Tempel des Herrn.
Und die ganze Menge des Volkes betete draußen zur Stunde des Räucheropfers.
Da erschien ihm der Engel des Herrn, der stand an der rechten Seite des Räucheraltars.
Und als Zacharias ihn sah, erschrak er, und Furcht überfiel ihn.
Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias, denn dein Gebet ist erhört, und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Johannes geben.
Und du wirst Freude und Wonne haben, und viele werden sich über seine Geburt freuen.
Denn er wird groß sein vor dem Herrn; Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken und wird schon von Mutterleib an erfüllt werden mit dem Heiligen Geist.
Und er wird viele der Israeliten zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren.
Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft des Elia, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungehorsamen zu der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem Herrn ein Volk, das wohl vorbereitet ist.
Und Zacharias sprach zu dem Engel: Woran soll ich das erkennen? Denn ich bin alt und meine Frau ist hochbetagt.
Der Engel antwortete und sprach zu ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und bin gesandt, mit dir zu reden und dir dies zu verkündigen.
Und siehe, du wirst verstummen und nicht reden können bis zu dem Tag, an dem dies geschehen wird, weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die erfüllt werden sollen zu ihrer Zeit.
Und das Volk wartete auf Zacharias und wunderte sich, dass er so lange im Tempel blieb.
Als er aber herauskam, konnte er nicht mit ihnen reden; und sie merkten, dass er eine Erscheinung gehabt hatte im Tempel. Und er winkte ihnen und blieb stumm.
Und es begab sich, als die Zeit seines Dienstes um war, da ging er heim in sein Haus.
Nach diesen Tagen wurde seine Frau Elisabeth schwanger und hielt sich fünf Monate verborgen und sprach:
So hat der Herr an mir getan in den Tagen, als er mich angesehen hat, um meine Schmach unter den Menschen von mir zu nehmen.

Gedanken zu Lukas 1,1-25

zum Hören
oder zum Lesen:

Das Evangelium, das Lukas verfasst hat, beginnt nicht mit Jesus. Jesus hatte einen Vorläufer, einen Wegbereiter: Johannes den Täufer. Dem Evangelisten Lukas ist nicht nur die Predigt des Johannes wichtig und die Taufe der Umkehr, mit der er die Menschen auf das Wirken Jesu vorbereitet hat, sondern Lukas erzählt auch seine Familiengeschichte, sogar schon vor seiner Geburt.

Nicht durch Worte der Predigt, nicht in dogmatischen Lehrsätzen, nicht in hohen Ideen erfahren wir, wie Gott sein Heil in diese Welt bringt. Sondern Lukas erzählt, wie Gott im Leben einzelner Menschen, in ihrer Lebensgeschichte, in ihrer Hoffnung und ihrem Gottvertrauen, aber auch in ihrer unerfüllten Sehnsucht am Werk ist. So erfahren wir von den Eltern des Johannes:

Zacharias und seine Frau Elisabeth, die in Judäa, also in der Nähe von Jerusalem wohnten, blieben trotz der Enttäuschung und Traurigkeit darüber, dass sie keine Kinder bekommen konnten, einander und Gott treu bis ins hohe Alter. 

Aber auch ein erfahrener, frommer Priester im Tempel, der sein Leben lang auf Gott seine Hoffnung setzt, erschrickt, wenn völlig unerwartet ein Bote Gottes im Gotteshaus erscheint, wenn das, worum Zacharias jahrelang gebetet hat, sich plötzlich erfüllt.

Wenn Gott in ein Leben einbricht, wenn der gewohnte Alltag von einer Botschaft Gottes durchkreuzt wird - und sei es auch die Botschaft, dass Gott ein Gebet erhört hat, dann beginnt die Gottesrede oft mit dem Ruf:

"Fürchte dich nicht!"

Der Engel nennt Zacharias sogar schon den Namen des verheißenen Sohnes Namen: Johannes, Jochanan - das heißt: "Gott ist gnädig." Und er schildert dem erschrockenen künftigen Vater die wichtige Lebensaufgabe, die sein Sohn erfüllen wird in der Wegbereitung für einen anderen.

Ob Zacharias diese beeindruckende Verheißung überhaupt in sich aufnehmen kann?

Zweifelnd hört er nicht die große Zusage Gottes, sondern schaut auf sich selbst und auf das, was dagegen spricht: Ich bin alt.

Auf dieses betonte „ich“ des Zacharias, folgt ein ebenso betontes „ich“ des Engels, der nun seinen Namen nennt:

„Ich bin Gabriel, der vor Gott steht.“

Und auf die Frage des Zacharias „Woran soll ich das erkennen?“, auf diese Frage nach einem Zeichen, das ihm hilft, die Verheißung Gottes zu erkennen, antwortet Gabriel damit, dass diese Frage und dieser Zweifel des Zacharias für längere Zeit seine letzten Worte sein werden, dass er bis zur Geburt seines Sohnes stumm sein wird.

Für einen Priester, auf den das Volk im Vorhof des Tempels wartet, ein sicher nicht leicht zu ertragendes Zeichen. Strafe will ich es nicht nennen – dieses einem Priester auferlegte neunmonatige Schweigen. Es deckt zwar seinen Unglauben auf, aber ist ihm zugleich auch eine Hilfe zum Glauben. Vielleicht ist es das einzig Richtige und Angemessene angesichts einer wunderbaren Verheißung Gottes: selbst stumm zu werden. Bei allem, was Zacharias ehrlich geglaubt hat, hat er doch nicht wirklich mit einem Handeln Gottes gerechnet. Sein Schweigen ist der Raum für Gottes Heilstaten, ebenso wie der zeitweise Rückzug seiner Frau Elisabeth, als sie das völlig unverhoffte Handeln Gottes an sich entdeckt.

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