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5. Dezember

Wie hat der Heilige Nikolaus ausgesehen?

http://www.kathpedia.comNikolaus von Myra

Wir wissen es nicht, aber gewiss sah er nicht so aus wie der von Coca Cola erfundene Weihnachtsmann im Supermarkt oder in der Werbung. Und sicher sah er auch nicht so aus wie auf diesem Bild. Dennoch kommt dieses der Wirklichkeit sehr viel näher, denn hier kommt sein eigentliches Wesen zum Ausdruck, so wie Nikolaus gewirkt hat. Das Bild ist eine Ikone.

So heißen die Andachtsbilder der orthodoxen Kirchen.

Eine Ikone weist auf Gottes Wirklichkeit hin und gilt als ein „Fenster zur Ewigkeit".

Ikonen sind wichtig und beliebt in allen orthodoxen Kirchen, in Griechenland, Russland und vielen ändern Ländern. Hier haben wir eine Ikone aus einem Kloster in Serbien.

An seinen Merkmalen erkennt man Nikolaus: Der Heiligenschein weist ihn als Heiligen aus; auf der hohen Stirn mit den breiten Schläfen leuchten zwei „Lichter", der Bart ist - wie bei älteren Männern üblich - rund geschnitten. Sein priesterliches Obergewand ist von Kreuzen übersät, genauer: Es besteht aus lauter Kreuzen: Man sieht, „was er trägt". An der besonderen Form der Stola erkennt man Nikolaus als Bischof. Er hält eine (reich geschmückte) Heilige Schrift: Das Evangelium ist ihm Richtschnur des Glaubens und des Tuns. Seine rechte Hand segnet: Zwei zusammengelegte Finger weisen auf Jesus Christus, der wahrer Gott und wahrer Mensch zugleich ist. Drei Finger erinnern daran, dass Gott der Dreieinige ist. Wer die Ikone des Nikolaus in Ruhe betrachtet, erkennt: Er sieht mich an und fragt, in welcher Weise ich dem entspreche, was für ihn, Nikolaus, gegolten hat und für alle Christen gelten soll.

Wer war Nikolaus?

Er lebte etwa von 270 bis 342 als ein Zeitgenosse des römischen Kaisers Konstantin, des ersten christlichen Kaisers, der die Christenverfolgungen beendete und den Christen Rechtssicherheit gab. Nikolaus war Bischof in Myra in Lykien, an der südwestlichen Küste Kleinasiens. Als Bischof hat er wahrscheinlich auch am ersten Ökumenischen Konzil 325 in Nizäa teilgenommen, auf das unser Nizänisches Glaubensbekenntnis zurückgeht.

In der Ostkirche ist Nikolaus einer der „beliebtesten" Heiligen; neben den Aposteln ist er Tagesheiliger am Donnerstag. Gemeinsam mit Johannes dem Täufer, dem Vorläufer Jesu, ist er eine Adventsgestalt geworden, die im Laufe der Zeit viel Volkstümliches gewonnen hat.

Im 10. Jahrhundert kam seine Verehrung zu uns in den Westen Europas (Nikolauskapellen, Nikolaikirchen). Heute hilft uns die ostkirchliche Überlieferung, den echten Nikolaus wieder deutlicher ins Bewusstsein treten zu lassen - als Heiligen des Advent, der auf den kommenden Christus verweist.

„Stirbt Gott, haben wir noch den heiligen Nikolaus", sagt ein altrussisches Sprichwort. Ein Wort, das von der großen Bedeutung des Bischofs von Myra zeugt und vom tiefen Vertrauen zu ihm. Über Jahrhunderte hinweg haben sich geschichtliche und legendenhafte Züge des Nikolaus vermischt und bis heute verbergen „Väterchen Frost" oder der „Weihnachtsmann" den historischen Nikolaus und halten ihn zugleich gegenwärtig. Ähnlich wie bei Märchen geht es bei den Geschichten von Nikolaus nicht in erster Linie um den Bericht über einen Menschen - sie er-

zählen mehr: Ihre Wahrheit liegt in der Schilderung der Großherzigkeit und Barmherzigkeit Gottes, die uns in Menschen wie Nikolaus begegnet. Die vielen volkstümlichen Nikolauslegenden wollen den Menschen Hoffnung geben und zur Liebe anstiften. Wie kaum ein anderer Heiliger genießt Nikolaus über alle Konfessionsgrenzen hinweg Verehrung.

Hören wir eine der Legenden von Nikolaus, die vom Getreideschiff

Getreide aus Ägypten wurde in der römischen Kaiserzeit zur Versorgung in die großen Städte des Reiches gebracht. Die Frachtschiffe liefen vielfach zunächst den Hafen von Myra an, um Trinkwasservorräte aufzufüllen und günstige Winde für die Weiterfahrt in westlicher Richtung abzuwarten. Lykien, das Gebiet um Myra hatte in guten Zeiten auch Überschuss an Getreide, so dass exportiert werden konnte, in Notzeiten aber gingen die Vorräte allein in die Hauptstädte. Damals wie heute in einer globalisierten Welt gab und gibt es Verteilungsprobleme. Trotz Welternährungskonferenz und Welthungerhilfe sind Notleidende oft auf die selbstlose und einfallsreiche Initiative einzelner angewiesen.

Die Legende erzählt: Als in Myra einmal alle Getreidevorräte aufgebraucht waren und die Menschen Hunger litten, kamen Frachtschiffe aus Alexandrien an. Sie waren voll mit Weizen beladen, der aber allein für die Hauptstadt Konstantinopel bestimmt war. Die Nachricht von den Getreideschiffen verbreitete sich wie ein Lauffeuer in Myra. Die Leute liefen zusammen und bestürmten Bischof Nikolaus, ihnen in ihrer Not zu helfen und sich bei den Seeleuten für sie einzusetzen. Nikolaus eilte zum Hafen und sprach mit dem Schiffseigner. Er forderte ihn auf, von jedem Schiff einen Teil zu entladen:

„Wenn ihr uns nicht helft, müssen wir verhungern." „Wir können das nicht machen. Die Ladung ist Staatseigentum und für die Hauptstadt bestimmt", erwiderte dieser.

Doch Nikolaus gab nicht nach: „Lasst uns von jedem Schiff nur hundert Maß Getreide hier", sagte er, „und ich verspreche euch Straffreiheit beim Warenabnehmer im Hafen von Konstantinopel." Die Seeleute stimmten schließlich zu und löschten einen Teil der Ladung. Als aber die Schiffe nach ihrer Weiterfahrt in der Hauptstadt ankamen und das Getreide entladen und gewogen war, zeigte sich, dass die Menge genau mit der in Alexandrien übernommenen Ladung übereinstimmte. Verwundert erzählte der Schiffseigner was geschehen war. Sie nannten Nikolaus einen Wundertäter und alle lobten Gott, der solche Gnade erwiesen hatte. Wer teilt, wird nicht ärmer. Nikolaus hat dieser Wahrheit vertraut und sie in seine Zeit übersetzt. Selbst in unseren Tagen gibt es solche wunderbaren Menschen, auch wenn ihnen die Geschichte kein Denkmal setzt. Legenden kennen und erzählen ist das eine, durch eigenes Tun die Geschichte der Liebe Gottes fortsetzen das andere. Die Erinnerung an Nikolaus von Myra und der Brauch, sich nicht etwas in die Schuhe zu schieben, sondern sie liebevoll zu füllen, ist mehr als Nostalgie und Geschäftemacherei:

Gottes Liebe mitteilen ist wunderbar.

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