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6. Dezember

2. Advent: Lukasevangelium Kapitel 1,26-38

zum Hören
oder zum Lesen:

Die Ankündigung der Geburt Jesu

Germanisches Nationalmuseum, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons

Und im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertraut war einem Mann mit Namen Josef vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria.
Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Sei gegrüßt, du Begnadete! Der Herr ist mit dir!
Sie aber erschrak über die Rede und dachte: Welch ein Gruß ist das?
Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! Du hast Gnade bei Gott gefunden.
Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben.
Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben.
Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, da ich doch von keinem Manne weiß?
Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden.
Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, ist auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Alter, und ist jetzt im sechsten Monat, sie, von der man sagt, dass sie unfruchtbar sei. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich.
Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr.

Gedanken zu Lukas 1,26-38

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oder zum Lesen:

Und im sechsten Monat:

Die Zeitangabe zu Beginn meint den 6. Monat der Schwangerschaft der Elisabeth: Die 6 Monate, die dann zwischen der Geburt Johannes des Täufers und der Geburt Jesu liegen, sind bis heute im Kirchenjahr markiert: vom Johannistag am 24. Juni bis zum Heiligen Abend am 24. Dezember. Kunstvoll verwoben sind im 1. Kapitel des Lukasevangeliums zwei Geburtsankündigungen: die erste (von der wir am 1. Advent hörten) sehr spät an Eltern, die in der Traurigkeit über ihre Kinderlosigkeit alt geworden sind, die zweite überraschend früh an eine junge Frau, die mit einem Mann – Joseph vom Hause David – zwar schon verlobt war, die aber von sich sagt, dass sie doch von keinem Manne weiß.

Der himmlische Bote Gabriel richtet beide Botschaften aus: die erste im Jerusalemer Tempel, die zweite in einer unbedeutenden Stadt – Nazareth – im Norden des Landes, in dem Haus, in dem Maria wohnt. Die Ankündigung der Geburt des Johannes richtet sich an den Vater des Kindes, die Ankündigung der Geburt Jesu an die Mutter.

Das Erschrecken des Menschen und das

„Fürchte dich nicht!“

des Engels sind in beiden Ankündigungsgeschichten gleich, ebenso, dass der Engel sofort die Namen der Kinder nennt.

Während Zacharias für seinen Sohn Johannes die Rolle eines Wegbereiters verheißen wird, lassen sich die Verheißungen, die Maria über ihren Sohn hört, nicht mehr steigern:

Sohn des Höchsten, Thron Davids, König in Ewigkeit, sein Reich wird kein Ende haben.

Doch nicht die Größe dieser überwältigenden Verheißungen beschäftigt Maria, sondern allein die Frage, wie das zugehen soll.

Und ich habe den Eindruck, dass es uns als Lesern und Hörern ganz ähnlich geht: vor lauter Fragen und Zweifeln in Bezug auf die Jungfrauengeburt gerät die eigentliche Verheißung, gerät das, was über dieses Jesuskind und seine Bedeutung gesagt wird, aus dem Blick.

Ja, für nicht wenige Menschen ist mit der Zumutung dieses Aspekts der Erzählung auch alles andere fragwürdig und unglaubwürdig geworden. Wie vielen Gottesdienstbesuchern mag es sonntags beim Glaubensbekenntnis so gehen, dass sie die Sätze:

empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria

nicht mitsprechen können! Und wie viele bleiben angesichts dieser Diskrepanz irgendwann ganz weg!

Wenn die Frage der Jungfrauengeburt alles überschattet, dann wird die Nebensache zur Hauptsache gemacht, dann wird das Zeichen, der Wegweiser mit dem verwechselt, auf das er hinweisen soll.

Der Evangelist Lukas, der als erster die Jungfrauengeburt erwähnt, hat die wunderbare Empfängnis als ein Zeichen, als einen Hinweis auf das eigentliche, noch viel größere Wunder und Geheimnis verstanden: dass nämlich mit diesem Jesus in der Menschheit etwas unableitbar Neues beginnt, was wir Menschen nicht selbst machen und nicht aus uns heraus hervorbringen können. Er schenkt uns nämlich in Jesus den Menschen, der ganz von Gottes Geist erfüllt ist, ja in dem Gott selbst Mensch wird. Wie immer Menschen beim Werden Jesu beteiligt gewesen sein mögen: sein tiefster Ursprung liegt in Gott. Der verheißene König in Ewigkeit ist nicht einfach ein besonders guter Mensch. In ihm begibt sich Gott selbst in unser Menschenleben.

Dieses Bekenntnis – und nichts anderes – ist die zentrale Wahrheit, auf die sich unser Glaube richtet.

Für diesen Glauben ist es in meinen Augen nicht nötig, von einer wunderbaren Jungfrauengeburt auszugehen. Ich selbst verstehe sie „nur“ symbolisch, als ein Sinnbild, alsein Zeichen für das Eigentliche, für die Hauptsache: dass Gott in dem Jesus-Kind einen neuen Anfang setzt, den wir Menschen nicht machen oder produzieren, sondern nur glaubend entgegennehmen, gleichsam nur empfangen können.

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