Gemeindeblick

Editorial August und September 2026

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wer in diesem Sommer und Herbst unsere Kirchtürme besteigt, muss zunächst einmal: hinaufgehen. Stufe für Stufe. Es gibt keine Abkürzung nach oben.

2026 feiern wir 60 Jahre Bergkirche: Beim Turmgebet am 22. August halten wir auf jedem der sieben Turmbalkone inne und denken an Menschen, die dort getauft, konfirmiert, getraut wurden. 60 Jahre sind ein langer Weg nach oben gewesen. Und ein gesegneter.

Auch die Dreikönigskirche öffnet vor Jahresfrist noch zweimal ihren Turm: beim Museumsuferfest am 29. August und am Tag des offenen Denkmals, dem 13. September. Wer die 162 Stufen erklimmt, wird belohnt: Der Main liegt zu Füßen, die Stadt offen da. Und mittendrin steht unsere Kirche, ein Ruhepol über allem Trubel.

Nicht jeder Weg führt nach oben: Am 6. September feiern wir mit der Gemeinde St. Wendel unser ökumenisches Sommerfest. Äpfel und Erdäpfel geben den Ton an, nicht Höhenmeter. Wer den besten Apfelkuchen backt, setzt sich selbst die Krone auf. Manchmal reicht auch ein Backblech, um über sich hinauszuwachsen.

Und am 20. September, beim Gottesdienst mit Lobpreisliedern in der Osterkirche, steigt noch etwas anderes nach oben: unsere Stimmen. Gemeinsames Singen trägt weiter, als wir allein kommen.

All das gehört zusammen: der Blick von oben und die Gemeinschaft unten. Die Aussicht vom Turm und der Kuchen auf dem Tisch. Beides braucht das andere. Denn wer nur von oben hinabschaut, verliert irgendwann den Boden unter den Füßen. Und wer immer unten bleibt, verpasst die Aussicht, die uns zeigt, wie groß Gott ist – und wie klein unsere Sorgen von dort oben aussehen.

Ich wünsche Ihnen einen Spätsommer mit vielen guten Aussichten, oben wie unten.

Ihr Pfarrer Thomas Reitz

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