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Ein Gruß verändert die Welt. Monatsspruch für April 2018: Johannes 20,21.

Jesus Christus spricht: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

Bild: privatJesus Christus spricht: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich Euch.
Johannes 20,21

Es ist erstaunlich. Zwei Menschen laufen aneinander vorbei. Jeder schaut auf seinen Weg. Man sieht sich, rempelt sich nicht an, aber eine Begegnung findet nicht statt. Das geschieht pausenlos in unserer Stadt. Ein Gruß dagegen verändert die Welt! Ganz egal wie, es geht auch wortlos: Ein Lächeln, ein Blickkontakt reicht aus. Und ein ausgesprochener Gruß macht es laut.

Es wäre interessant, tiefer in das Geheimnis dieser Grußformeln einzutauchen. Manche wünschen einfach Glück und Güte für den Tag, den Morgen, den Abend. Italienische Wanderer grüßen sich mit „Salve“: Komm heil und gut wieder nach Hause. Und das süddeutsche „Grüß Gott“ ist die Kurzform von „Es grüße dich Gott“ – bei Licht betrachtet ein kleines Segenswort also.

Wenn Menschen sich grüßen, dann entsteht ein gemeinsamer Raum, vielleicht nur für wenige Sekunden, aber deutlich spürbar. Es entsteht Wahrnehmung, und wenn der Gruß freundlich ist und die Freundlichkeit durch das Lächeln und den Blickkontakt glaubhaft ist, ist ein Gruß eine wunderbare Angelegenheit! Es tut gut, freundlich begrüßt zu werden.

Die Urform des biblischen Grußes ist „Schalom“, und das bedeutet Friede, umfassendes Heil, Gesundheit und Glück. Auch dass man ruhen darf: „Schabbat Schalom“, so grüßt man sich in Israel am Sabbat. Und im Monatsspruch für April kommt dies nun vor. Da grüßt Jesus als der vom Tod Auferstandene seine Jüngerinnen und Jünger; und er wird es in seiner Sprache, dem Aramäischen getan haben: „Friede sei mit euch.“ Gleich zweimal wird das in dieser Begegnung überliefert. Seine Freunde waren sich ihrer Sache nicht mehr sicher. Der Tod hatte sie zutiefst erschreckt. Es muss ihnen zweimal gesagt werden: Friede sei mit euch. Der Gruß eröffnet einen gemeinsamen Raum, in dem sie getröstet sind und aufatmen können!

Und dann erst hören sie das Sendungswort. Dann erst sind sie in der Lage das wahrzunehmen, was Jesus ihnen zu tun aufträgt: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ Dieser Auftrag ist wie ein Zirkelschluss. So wie die Jüngerinnen und Jünger von Jesus gegrüßt wurden, hineingenommen in den Raum der Wahrnehmung und Wertschätzung, hineingenommen in den Frieden, so sollen sie nun auch selbst Menschen grüßen, Frieden zusagen, wahrnehmen und wertschätzen. Das biblische Sendungsprinzip ist total einfach: „Wie Gott mir, so ich dir!“

Eine Sendung ist nur dann wertvoll, wenn sie beim Empfänger ankommt; postlagernd ist sie wenig hilfreich. Also wäre das doch eine spannende Frage:

Was geschieht, wenn jeder und jede von uns in den nächsten Wochen viel intensiver andere Menschen grüßt? Einfach mal als Experiment. Andere Spaziergänger, die Nachbarn von oben, die Kollegin, die immer schon vertieft dasitzt. Keine Angst vor Risiken und Nebenwirkungen! Es könnte Menschen auch irritieren; es kann und wird passieren, dass der Gruß nicht erwidert wird – sei‘s drum. Die Jünger brauchen in der Geschichte den Gruß zweimal. Und er ist die Form der Begegnung, der Raumöffnung, in der Friede zwischen Menschen stattfindet!

In diesem Sinn – seien Sie herzlich gegrüßt!

Ihr

Pfarrer Andreas Klein

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