Dreikönigsgemeinde

Angebote und Themen

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„In der Kirche hat jedes Alter Zukunft.“

„Ja, ich will euch tragen bis zum Alter hin. Und ihr sollt einst sagen, dass ich gnädig bin.“ Jesaja 46,4

Oft hört man in Kirchengemeinden im Blick auf Kinder, Konfirmanden und Jugendliche den Satz: „Die Jugend ist unsere Zukunft.“ Ich konnte dieser Aussage nie viel abgewinnen, sogar damals schon nicht, als ich der benannten Altersgruppe noch deutlich näher war.

Ich erlebe in unserer Gemeinde, dass sehr wohl auch ältere und zum Teil schon ziemlich alte Gemeindemitglieder erstaunlich viel einbringen, was der Zukunft unserer Gemeinde dient. Nun gut, sich realistisch klar zu machen, dass der Einsatz alter Menschen nicht unendlich so weitergehen wird, ist natürlich sinnvoll. Und ich freue mich, dass die Dreikönigsgemeinde sich – neben vielen Angeboten für Senioren – stark dafür engagiert, dass Kinder und Jugendliche sich in ihr wohl fühlen und in sie hineinwachsen: durch die Kinderkirche plus und manch andere Angebote für Kinder, durch die Trägerschaft für drei Kindergärten, die Pfadfinder, die Konfirmandenarbeit und die Jugendgottesdienste. Wir tun das aber gewiss nicht aus Eigennutz, so als brauchten wir die Jugend, um uns eine Zukunft zu bauen, sondern wir tun das um der einzelnen Menschen willen.

Neben diesem möglichen Missverständnis schwingt für mich in der Aussage: „Die Jugend ist unsere Zukunft“ auch ein klein wenig Geringschätzung für alle nicht mehr Jugendlichen mit. Offenbar bin ich nicht die Einzige, die das so empfindet. Vor einiger Zeit fiel mir eine Karte in die Hand, auf der gedruckt ein Gegen-Satz stand, der mir so gut gefällt, dass die Karte seitdem in meinem Arbeitszimmer steht:

„In der Kirche hat jedes Alter Zukunft.“

Das heißt: Die Zukunftsverheißung des Glaubens richtet sich an alle, unabhängig vom Alter. Unser Leben, begleitet von Gottes Segen, in betender Zwiesprache mit unserem Gott zu führen, und in dem, was uns zu schwer wird, von Gott getragen zu sein, ist eine Zukunftsverheißung, die uns von der Taufe bis ans Sterbebett Mut und Hoffnung schenken kann, und sogar über den Tod hinaus.

Besonders humorvoll hat ein Pfarrerehepaar im Un-Ruhestand, das eine Reisegruppe unserer Gemeinde durch Torgau führte, diese Zukunftsverheißung Gottes so platziert, dass sie – ein wenig doppeldeutig (so als wäre es das Auto, das sie lange tragen soll) – von vielen Menschen wahrgenommen wird:

„Ja, ich will euch tragen bis zum Alter hin. Und ihr sollt einst sagen, dass ich gnädig bin.“

So beginnt ein Gesangbuchlied (EG 380) von Jochen Klepper, in dem er sich auf Jesaja 46,4 bezieht: „Auch bis in euer Alter bin ich derselbe, und ich will euch tragen, bis ihr grau werdet.“

Neben dem Besuchsdienst geschieht in der Dreikönigsgemeinde einiges, um alte Menschen diese Zusage erfahren zu lassen. Ich bin sehr beeindruckt, dass zwei vor wenigen Jahren konfirmierte Jugendliche wöchentlich in einem Seniorenheim einen alten, einsamen Menschen besuchen. Eine dritte, erst vor kurzem konfirmierte Jugendliche kommt zuverlässig einmal im Monat zum Gottesdienst im Seniorenheim, spielt dort Klavier, hilft den alten Menschen beim Aufschlagen der Liederbücher und durch andere praktische Unterstützung.

Man liest heute viel über den Konflikt der Generationen, der durch die Bewegung „Fridays for Future“ entstanden sei. Das Engagement dieser Jugendlichen für die „Bewahrung der Schöpfung“, wie die Kirche dieses Anliegen schon lange benennt, halte ich für außerordentlich wichtig. Gleichzeitig freue ich mich, dass in Kirchengemeinden viel dafür getan wird, dass das Verhältnis zwischen den Generationen nicht konfliktbeladen, sondern von gegenseitiger Wertschätzung bestimmt ist.

Die Zukunftsverheißung Gottes, Zukunft sogar über unser irdisches Leben und über diese Weltzeit hinaus, ist ein so wunderbares, tröstliches Geschenk an jedes Alter, dass für alle, die davon ergriffen sind, selbstverständlich daraus folgt, dass sie als junge wie als alte Menschen alles für ein gutes Miteinander auf diesem Planeten tun, und zugleich alles, um diese gute, ja sehr gute Schöpfung Gottes nicht zu zerstören.

Pfarrerin Silke Alves-Christe

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