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Was ist mit morgen?

Predigt gehalten von Pfarrer Thomas Sinning am 31.12.2019 über Hebr. 13, 8-9b zum Altjahresabend in der Bergkirche.

 

Hebr. 13, 8-9b
Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.
Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben, denn
es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade.       

Liebe Gemeinde!

„Gestern, heute, und derselbe in Ewigkeit“ – So heißt es hier. Fehlt da nicht ein wichtiges Wort? Was ist mit morgen? Morgen ist das Jahr 2020. Was erwarte ich, was befürchte ich, was nehme ich mit an Plänen und Erwartungen und an Lasten und an Unerledigtem? Diese Gedanken gehen einem durch den Kopf in den letzten Stunden des alten Jahres.

Der Übergang vom alten zum neuen Jahr ist ja nur ein winziger Augenblick, gefeiert mit Sekt und Böllern und vielleicht einem rauschenden Fest, aber letztlich ohne wirklichen Inhalt.

Wie gut, dass wir das Weihnachtsfest gefeiert haben, ja, dass wir den Übergang in das neue Jahr mitten in der Weihnachtszeit begehen können! Denn er, Jesus Christus, dessen Geburt wir gefeiert haben, er gibt uns Orientierung an der Schwelle zum neuen Jahr:

"Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit."

Mit der Orientierung an ihm ist klar, wo wir herkommen: meine Vergangenheit ist umschlossen von Gottes Gegenwart. Gott hat uns allen seine Nähe in Jesus Christus erwiesen.  

Und heute? Heute ist er gegenwärtig; das dürfen wir glauben: hier und jetzt, indem wir in seinem Namen zusammen sind, indem wir auf sein Wort hören, indem wir von seinem Geist inspiriert werden zum Vertrauen und zur Hoffnung.

Das gibt uns eine Perspektive weit über diesen Tag und über dieses Jahr hinaus, bis in Ewigkeit. Unsere Zeit ist eingebunden in Gottes Ewigkeit, in jene unvorstellbare und geheimnisvolle Dimension von Leben, die alles Denken übersteigt und die auf uns zukommen wird.

„Jesus Christus - Gestern, heute und in Ewigkeit.“

Bleibt das Morgen. Das wird hier nicht erwähnt. Morgen, das Jahr 2020. Vielleicht ist es hier deshalb ausgelassen, weil es eben genau das ist, was wir selber jetzt in den Blick nehmen müssen. Hier sind nicht Ratschläge eines Predigers gefragt. Hier muss ich selber meine Gedanken klären:

Was lässt mich zuversichtlich und hoffnungsvoll nach vorne blicken?

Was nehme ich mir vor im neuen Jahr? - Welche Pläne sind vielleicht schon verabredet und in Gang gesetzt? - Welche Risiken habe ich mir damit aufgeladen? - Welche Sicherheiten lassen mich ruhig schlafen? - Welche Ideen versetzen mich in Unruhe?

Welche Ängste sind hinter meinen Gedanken verborgen? - Welche Befürchtungen kann ich nicht ganz ausräumen? - Auch diese Fragen zuzulassen, kann wertvoll sein.

Vielleicht schweifen Sie jetzt ab, weil sie an einer dieser Fragen hängen geblieben sind. Dann halten Sie den Gedanken fest, und bringen Sie ihn nachher im stillen Gebet vor Gott. Ich stelle die Fragen noch einmal in den Raum:

Was nehme ich mir vor im neuen Jahr? - Welche Pläne sind vielleicht schon verabredet und in Gang gesetzt? - Welche Risiken habe ich mir damit aufgeladen? - Welche Sicherhei-ten lassen mich ruhig schlafen? - Welche Ideen versetzen mich in Unruhe?

Welche Ängste sind hinter meinen Gedanken verborgen? - Welche Befürchtungen kann ich nicht ganz ausräumen?

Unser Predigttext gibt auf jeden Fall einen Ratschlag mit:

"Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben, denn es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde."

Da sind wir ganz in der Gegenwart und in der Frage nach dem, was morgen ist. Welche Lehren sind es, die wir in unserer Zeit zu hören bekommen?

Es gibt populistische Politiker, die lehren, man könne es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen oder gar lügen, wenn es den eigenen Interessen oder der eigenen ideologischen Überzeugung dient.

Es gibt religiöse Fundamentalisten – und zwar in allen Religionen!-, die lehren, nur wer wie sie glaubt, glaube richtig.

Es gibt die Überzeugung, dass es keinen Unterschied machen würde, ob ich mein Verhalten ändere oder nicht, denn was kann ein einzelner schon bewirken – etwa gegen den Klimawandel. Und es gibt andere, die leugnen oder die verdrängen die katastrophalen Auswirkungen dieses menschengemachten Phänomens.

Es gibt zunehmend Menschen, die haben sich vom Glauben entfremdet und sind davon überzeugt, dass man sehr wohl ohne Gott leben kann, oder dass es reicht, in freundlicher Distanz zur Kirche zu leben, solange man nur anständig und sozial eingestellt sein Leben führt.

Es gibt viele Lehren und Überzeugungen, mit denen wir in der Gegenwart konfrontiert sind. Wie gut, dass wir durch Jesus Christus eine Orientierung haben, die uns in die Lage versetzt, aufmerksam und wachsam zu sein, und gegenüber solchen und allen anderen Lehren und Überzeugungen kritisch fragen zu können, ob es denn wirklich gut ist und ob es wahr sein kann.

Jesus sagt:

„An ihren Früchten werdet ihr erkennen, was gut ist und richtig.“ (vgl. Mt. 7,16).

Und zum Beispiel in den Seligpreisungen gibt er eine Leitlinie, worauf es ankommt, und zugleich auch eine Ahnung, was fehlen würde, wenn wir ohne Gott leben müssten.

Der Punkt, an dem ich mein Leben fest machen kann, an dem ich Halt und Orientierung finden darf, dieser Punkt ist die Botschaft von der Liebe Gottes in Jesus Christus.

Diese Botschaft kann nicht oft genug in Erinnerung gerufen werden: Ich bin geliebt. Ich bin nicht allein. Gott führt mich auf meinem Weg, auch in das neue Jahr. Und es gibt keinen Menschen, der mit mir in das neue Jahr geht, den Gott nicht liebt.

Wer sein Leben daran festmacht, der erfährt, was hier gesagt ist:

„Es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade.“

Ich wünsche uns allen, dass wir heute, morgen und an allen Tagen, die kommen, daraus Kraft schöpfen können.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus, unserem Herrn. Amen.

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